Andrea Maria Nahles wurde am 20. Juni 1970 geboren sie ist eine deutsche Politikerin, die seit April 2018 SPD-Vorsitzende und seit September 2017 SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag ist. Sie war Bundesarbeitsministerin und Soziales von 2013 bis 2017 und SPD-Jugendleiter.

Als Maurer und Bürokauffrau, wuchs Nahles in der ländlichen Eifel in Westdeutschland auf. Sie absolvierte das Abitur 1989. Nach dem Studium der Politik, Philosophie und Germanistik an der Universität Bonn.

Politische Karriere

Parteikarriere

1988 trat Nahles im Alter von 18 Jahren der SPD bei. Kurz darauf war sie Jugendbeauftragte für den Wahlkreis Mayen-Koblenz. Von 1993 bis 1995 war sie Jugendbeauftragte für Rheinland-Pfalz. Seit 1997 ist sie Mitglied der SPD-Exekutive. Im Jahr 2000 war Nahles einer der Gründer des „Forum Demokratische Linke 21“. Als Vorsitzende des linken Flügels der SPD und ehemalige Parteivorsitzende der Partei lehnte sie viele Wirtschaftsreformen von Bundeskanzler Gerhard Schröder ab. Sie und andere kritisierten wiederholt den Führungsstil des Parteivorsitzenden Franz Münteferin. Am 31. Oktober 2005 wurde sie zum Generalsekretär der SPD gewählt und besiegte Kajo Wasserhövel, den von der konservativen Seite der Partei bevorzugten Mann. Zwischen 2005 und 2009 war Nahles Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales. Ab 2008 war sie auch Mitglied der SPD-Fraktionsführung unter Vorsitz von Peter Struck.

Generalsekretär der SPD  (2009-2013)

Nahles wurde auf dem Parteitag in Dresden im November 2009 zum Generalsekretär der SPD gewählt.  Sie folgte Hubertus Heil in der Position und arbeitete mit dem neu gewählten Parteichef Sigmar Gabriel zusammen. Ihre Ernennung wurde weithin als Signal dafür gesehen, dass die SPD nach links ziehen würde. In ihrer Funktion als Generalsekretärin leitete Nahles 2013 den Wahlkampf der SPD. Nach der Niederlage der SPD bei den Bundestagswahlen organisierte sie ein Referendum unter den 472.000 Mitgliedern ihrer Partei. Bei den Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung nach den Wahlen war Nahles Teil des 15-köpfigen Führungskreises unter Vorsitz von Merkel, Gabriel und Horst Seehofer.

Auf einem dreitägigen Parteitag im November 2013 in Leipzig wählten die Delegierten Nahles mit reduzierter Mehrheit wieder zu ihrem Amt. Sie erhielt 67,2 Prozent der Stimmzettel der Mitglieder. Nach einer Reihe von Streiks, die die Flug- und Zugreisen in Deutschland im Jahr 2014 unterbrachen, führte Nahles einen Gesetzesentwurf ein, der Arbeitsgesetze dahingehend änderte, dass nur eine Gewerkschaft Arbeitnehmer eines Unternehmens bei Tarifverhandlungen vertreten konnte von ihrem Streikrecht.

Als Reaktion auf rechtsradikale populistische Übergriffe auf die liberale Einwanderungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte Nahles Anfang 2016 Pläne vor, EU-Migranten nach ihrer Ankunft für fünf Jahre von den meisten Arbeitslosenleistungen zu verbieten.

Partei­vorsitzende

Nahles wurde am 22. April 2018 auf dem Parteitag in Wiesbaden zum ersten weiblichen Führer der Sozialdemokratischen Partei gewählt. Sie gewann die Wahl mit 414 Delegiertenstimmen gegen ihre Gegnerin Simone Lange. Sie tritt die Nachfolge von Olaf Scholz an, der zwei Monate nach dem Rücktritt von Martin Schulz, der die Partei zu ihrem schlechtesten Wahlergebnis seit 1933 führte. Nahles ist die erste weibliche Parteivorsitzende in ihrer 155-jährigen Geschichte. Darüber hinaus ist es das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass die beiden größten Parteien des Landes von Frauen geleitet werden, die andere CDU mit ihrer Vorsitzenden Angela Merkel.

Aktivitäten

  • Denkwerk Demokratie (Mitglied des Beirats)
  • Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Mitglied)
  • ZDF, Mitglied des Fernsehrats (2000-2004)
  • Willy Brandt Center Jerusalem (Mitglied des Kuratoriums)
  • Eurosolar (Mitglied)
  • Attac (Mitglied)
  • IG Metall (Mitglied)