Die Entstehung der sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD)

Gründung

Gegründet in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts vertrat die SPD die Arbeitergesellschaft. Aufgrund von ideologischen Differenzen innerhalb, als auch außerhalb der Gemeinschaft, kam es zu gehäuften Abspaltungen der Partei.

Die SPD war schon ganze 20 Jahre lang Teil der Regierungskoalition.
Die SPD gehört zu den ältesten Parteien Deutschlands und wird somit auch als traditionellste angesehen, aufgrund der Tatsache, dass diese über vier politische Systeme fortbestehen blieb .
1875 zur Zeit des deutschen Kaiserreiches schloss sie sich aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) zusammen.

Bis 1950 galt die SPD als sogenannte Klassenpartei.                             Grundlegend versteht man unter diesem Begriff die Vertretung der Zielvorstellungen einer bestimmten gesellschaftlichen Klasse.                     Gleichzeitig galt die SPD auch als Inbegriff einer nach demokratischen Prinzipien aufgebauten Massenpartei.
1891 wurde das Erfurter Programm eingeführt, welches zwei Vorstellungen der jeweiligen Flügel in sich vereinigte und somit 1912 zum Erfolg führte. Denn in diesem Jahr gehörte die SPD zur einflussreichsten, politischen Macht Deutschlands. 1914 erreichten die Sozialdemokraten eine Mitgliederzahl von mehr als eine Millionen.
Drei Jahre später folgte ein einflussreicher Konflikt innerhalb der Partei, bezogen auf die Kriegskredite der zu Spaltungen führte.
Währenddessen sich die radikale Gewalt der Mitglieder in der sogenannten USPD wiederfanden (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschland) (später KPD) bildete der Rest die staatsregierende Partei unter der Weimarer Republik.
Diese Regierungsgewalt konnte jedoch nur von kurzer Dauer gehalten werden, bevor der Verlust der Mehrheit die SPD zurück zur Oppositions-Führung drängte.
Was die SPD im Vergleich zu allen anderen Parteien Deutschlands zur NS-Zeit so besonders und einzigartig machte, war die Abstimmung gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers am 23.03.1933.

In Folge dessen folgte drei Monate später ein Verbot der SPD.
Anfang 1934 setzte sich der Vorstand im Exil ab. Viele Abgeordnete und Aktivisten der SPD erlagen den Verfolgungen Hitlers und seines Regimes. In Zuchthäusern und Konzentrationslagern fanden sie ihren Tod. Die meisten Mitglieder der SPD verblieben jedoch auch weiterhin widerstandsfähig gegen das NS-Regime.
Nach der Hitlerzeit und zu Beginn der Teilung Deutschlands blieb die SPD nach ihrer Wiedergründung die am stärksten vertretene Macht des “linken Lagers”.
Linksextreme, die sich in kleinen Gruppierungen präsentierten, wurden entweder zum Rand der Gesellschaft gedrängt oder ganz verboten.
Die Bedeutsamkeit dieser Entstehungen hielt sich somit sehr gering.
Nach der erneuten Grundlegung der SPD in den westlichen Gebieten Deutschlands, wurden die Voraussetzungen, sich an den Prinzipien der Klassenpartei zu orientieren verkompliziert.
Zerstörung der Arbeitsstrukturen und Erfolge der sozialen Marktwirtschaft 1950 führten zu Wahlniederlagen der Sozialdemokraten.                                Trotz allem nahm die SPD dieses Gelingen nicht zur Kenntnis.
Zehn Jahre später entstand die Volkspartei aus der SPD, unterliegend dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Es erfolgten mehrere Koalitions-Bildungen, welche bis heute hin noch in verschiedenen Variationen andauern.

Bildungspolitik der SPD

Bildungspolitik der SPD

Wir investieren in gute Bildung für alle. Denn sie ist die Voraussetzung für ein gutes Leben. Die SPD setzt sich dafür ein, dass die Bildung in Deutschland für wirklich alle zugänglich ist. Dafür hat die SPD einige Ziele aufgestellt, die sie in den nächsten Jahren erreichen wollen. Die Bildungspolitik der SPD lässt auf ein vollständig gebildetes Deutschland hoffen.

Mehr Kita-Plätze, flexiblere Betreuungszeit.SPD Wahlplakat

Die SPD hat die Intention bessere und mehr Kita-Plätze zu erschaffen. Zudem müssen sich die Öffnungszeiten laut der SPD ändern. Damit auch Arbeiter, welche zu unregelmäßigen Zeiten arbeiten, sich darauf verlassen können, dass ihr Kind in sicheren Händen ist. Sie zielen damit vorallem auf die Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleute dieses Landes ab. Der Bund soll auch deutlich stärker in die Finanzierung einsteigen, um einen Rechtsspruch auf Ganztagsbetreuung von Kita- und Schulkindern zu ermöglichen. Außerdem setzt sich die SPD dafür ein, dass Erzieher und Erzieherinnen mehr Wertschätzung bekommen und bessere Bezahlung bekommen.

 

Digitale Bildung

Die SPD hat das Ziel nicht nur das Klassenzimmer, sondern auch Aus- und Weiterbildungen zu digitalisieren. So soll in den Lehrplänen der Zukunft das Programmieren und „computational thinking“ gelehrt werden. Der Bund und die Länder müssen, nach Ansicht der SPD, gemeinsame Schritte zum Ausbau der digitalen Bildung vereinbaren. Darunter fallen Investitionen in die notwendige Infrastruktur, Maßnahmen zur Entwicklung einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie, der gemeinsame Aufbau von Lernplattformen, von Lernsoftware und digitale Reformen in der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte.

Ganztagsbetreuung

SPD Wahlplakat Bildungspolitik der SPD

Die Bildungspolitik der SPD will, da der Bildungserfolg der Kinder schon in frühen Jahren festgelegt wird, ein Recht auf Ganztagsbetreuung für jedes Kind. Und dazu genügend Geld um dies so gut wie möglich zu gestalten. Ein weiteres Ziel ist, dass es mehr Sozialarbeiter an Schulen gibt, damit sich die Schüler gut aufgehoben fühlen. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass die Gebühren für Bildung abgeschafft werden. Da das Können der Kinder über ihre Zukunft entscheiden soll und nicht die finanziellen Mittel.

Höheres BAföG für mehr Möglichkeiten

Ein weiter Teil der Bildungspolitik der SPD ist die Erhöhung der BAföG. Verbesserung der finanziellen Lage für 17,3 Millionen Schülerinnen, Schüler, Studentinnen und Studenten ist auch ein großes Ziel in der Bildungspolitik.

 

Mehr Unterstützung in der dualen Ausbildung/Lehre

Der Zuschuss zum Unterhalt soll deutlich eine Erhöhung und die Darlehensförderung eine Stärkung bekommen, damit die Ausbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt noch mehr an Attraktivität gewinnt.

Drücken sie hier für die Außenpolitik der SPD

Ziele der SPD im Bereich Arbeit & Soziales

SPDDas Wahlprogramm der SPD beginnt mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit. So heißt es in dem Programm: „Gerechtigkeit ist die zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand.“ Schon daran kann man erkennen, dass dieses Thema eine wichtige Rolle bei der SPD spielt. Im folgendem Artikel erfahren sie alles über die Ziele im Bereich Arbeit & Soziales der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Rente

Im Bezug auf die Rente möchte die SPD das Rentenniveau bis 2030 auf einen Stand von ca. 48 % stabilisieren. Der Beitragssatz soll maximal auf 22 Prozent steigen. Aktuell befinden wir uns bei 18,9 Prozent. Das Renteneintrittsalter soll bei 67 Jahren bleiben. Als letzen Punkt, will die SPD alle Selbstständigen dazu verpflichten in die gesetzliche Rentenversicherung zu gehen.

Arbeit

Hier möchte die SPD viel verändern. Zu erst möchte die Partei „unbefristete Arbeit – sozial abgesichert und nach Tarif bezahlt“. Dies ist ein typisches Thema der Sozialdemokraten. Sie wollen es schaffen das Vollbeschäftigung in Deutschland herrscht. Außerdem möchte die SPD die Tarifbindung verbessern und ein „Wahlarbeitszeitgesetz“ einführen. Befristungen ohne Grund sollen abgeschafft werden. Dafür will die Partei, dass Arbeitnehmer von ihrer Teilzeitarbeit problemlos in ihre Vollbeschäftigung zurückkehren können. Die Arbeitszeit soll auf sogenannten „Konten“ angespart werden, um diese dann als Urlaubstage nutzen zu können.

Auf europäischer Ebene will die SPD: „Gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für gleichwertige Arbeit“

Zum Thema Arbeitslosigkeit können sie hier mehr lesen.

Familie

Um Eltern etwas zu entlasten, ist die Familienarbeitszeit geplant. Dabei handelt es sich um eine Verbindung aus Teilzeitarbeit und Elternzeit handeln. Jeder Elternteil erhält 150€ pro Monat, wenn diese 26 – 36 Stunden pro Woche arbeiten. Diese Möglichkeit besteht bis zu 24 Monaten. Die 150€ im Monat werden auch Allein- oder getrennt Erziehende erhalten können.  Das Ehegattensplitting soll somit ersetzt werden

Gesundheit

In diesem Bereich möchte die SPD eine Bürgerversicherung einführen. Trotzdem bleibt es Privatversicherten selbst überlassen, ob diese Wechseln wollen.  In die Bürgerversicherung sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den gleichen Betrag einzahlen.

Dies sind die Ziele der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Bereich Familie & Arbeit. Ob sie es schaffen, alle Ziele durchzusetzen wird man in Zukunft sehen.

Falls Sie dieser Artikel neugierig gemacht hat und sie das ganze Wahlprogramm der SPD lesen wollen, können sie diese Seite besuchen.

Die Außenpolitischen Ziele der SPD

Deutschland ist nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein wichtiger Unterstützer der internationalen Gemeinschaft geworden. Weil Deutschland wieder Internationaler wird, ist eine gute Außenpolitik so wichtig wie noch nie zuvor. Die Außenpolitischen Ziele der SPD sind darauf abgerichtet den Frieden Europas und dem Rest der Welt zu wahren.

Verständigung, Frieden und zivile Konfliktregelung

Die Außenpolitischen Ziele der SPD verfolgen das Ziel, die sozialdemokratischen Grundsätze von Verständigung, Frieden und zivile Konfliktregelung in tatsächliches Handeln umzusetzen.

Die aktuell wichtigsten Themen der Außenpolitik sind die Lage in der Türkei, sowie die kriegerischen Zustände im Irak, Syrien und in der Ukraine. Die SPD will ebenfalls die neue, demokratisch-gewählte Regierung in Afghanistan unterstützen und faire Handlungsbedingungen auf dem Weltmarkt schaffen. Wichtige Schwerpunkte sind ebenso Fragen wie: Abrüstung, Nichtverbreitung und verstärkte Kontrollen der Rüstungsexporte.

Gegen Fluchtursachen vorgehen

Es gelang der SPD, die Regierungsgelder für humanitäre Hilfestellung und die zivile Krisenprävention insgesamt um 400 Millionen Euro zu erhöhen. Damit wurde das Auswärtige Amt mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet um den globalen Krisen, die unter anderem durch die Flüchtlingssituation auftreten, gewappnet begegnen zu können. Die SPD tut alles dafür, eine politisch-friedliche Regelung für die Konflikte im mittleren Osten zu finden.

Der Kampf gegen den Terrorismus

Der Fortschritt der menschenverachtenden terroristischen Organisation Islamischer Staat (IS) hat die Lage nicht nur in Syrien sondern auch im Irak drastisch verändert. Die Verluste von Millionen unschuldiger Menschen, die Instabilität des mittleren Ostens und vor allem das Angesicht so vieler ausländischer Terrorkämpfer erschüttert selbst die Grundfesten Europas. Es obliegt unserer humanitären Verantwortung als Menschen den IS zu stoppen, den leidenden zu helfen und dem mittleren Osten für einen Neuanfang beizustehen.

 

Deshalb unterstützt die SPD die kurdischen Streitkräfte im Irak bei ihrem Kampf gegen den Islamischen Staat mit militärischer Ausrüstung aus Beständen der Bundeswehr. Darüber hinaus helfen unsere deutschen Truppen bei der Schadensbegrenzung.

 

Nach den Terroranschlägen in Paris sollte klar geworden sein, dass der Kampf gegen den Terror absoluter Priorität nahesteht. Daher wurde von der internationalen Koalition beschlossen den Kampf gegen den IS, auf völkerrechtlicher Basis, mit Logistik und Tornado-Aufklärungsflügen zu unterstützen. Doch um gegen den Terror zu siegen werden alle staatlichen Instrumente von Nöten sein. Die SPD setzt mit dem Prozess in Wien momentan alles daran eine politische Lösung für den Syrischen Bürgerkrieg zu finden.

 

Welche Wirtschaftsziele hat die SPD ?

SPD FlaggenDie SPD, eine Partei welche in den letzten Jahren immer mehr an ansehen verloren hat, möchte mit ihrem starken Fokus auf Wirtschaftsthemen, wieder Pluspunkte bei den Bürgern sammeln. Wie sie das machen möchte, erfahren sie in diesem Artikel.

Erbschaft

In dem Regierungsprogramm der SPD steht, dass große Erbschaften stärker besteuert werden sollen. Damit will die Partei die „immer wachsende Kluft zwischen Arm und Reich verringern“, weshalb Bürger mit einem hohen Vermögen oder Einkommen einen Beitrag leisten sollen. Über die  Vermögenssteuer wird nichts gesagt. Dafür heißt es : „ Große Erbschaften werden wir stärker besteuern.“ Trotzdem wird es hohe Freibeträge geben, „damit nicht das normale Haus der Eltern oder Großeltern betroffen ist“.

Familienzeit

Ein weiter Punkt in dem Regierungsplan der Sozialdemokratische Partei Deutschlands, ist die „Familienarbeitszeit“. Diese soll die Elternzeit und Teilzeitarbeit verbinden. Es gibt 150€ pro Monat pro Elternteil, wenn diese jeweils 26 bis 36 Wochenstunden arbeiten.  Gezahlt wird dieses bis zu 24 Monaten. Allein- oder getrennt Erziehende werden dieses Geld auch erhalten können.

Arbeitsmarkt aus dem SPD – Programm

Auch am Arbeitsmarkt will die SPD einiges verändern. Primär sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen. Das will die SPD durch Weiterbildung schaffen. Arbeitslose, welche in einem Zeitraum von 3 Monaten keine neue Beschäftigung finden, sollen von der Agentur für Arbeit neue Qualifizierungsmaßnahme erhalten. Im Entwurf lautet es wie folgt: „Das Recht auf Weiterbildung beinhaltet eine umfassende Kompetenzerfassung aller Fähigkeiten und Begabungen. Darauf baut eine gezielte Weiterbildungsberatung auf“. Das Problem des Fachkräftemangels will die SPD verringern indem sie in Berufsschulen investiert, ein Recht auf Weiterbildung einführt und die Ausbildung- und Berufsorientierung verbessert. Außerdem will die SPD die Bildung gebührenfreie machen. „Von der Kita über die Ausbildung und das Erststudium bis zum Master und zur Meisterprüfung“ heißt es in dem Programm.

Frauenquote

Die SPD setzte sich des weitern  für den Ausbau der Frauenquote ein. Es soll eine „Lohngerechtigkeit“ eingeführt werden und das Gesetz soll sich auch auf kleinere Unternehmen ausdehnen. Alle Unternehmen sollen die Führungsgremien mit 50% Männern und 50% Frauen besetzen. „Wir werden daher die Frauenquote weiter steigern und ihren Geltungsbereich auf alle Unternehmen, auf Körperschaften des öffentlichen Rechts wie die Sozialversicherungen und auf alle Gremien wie Vorstände und Aufsichtsräte ausdehnen“, lautet es im SPD – Programm. Die Partei möchte, dass die Arbeitnehmer von der Digitalisierung profitieren und mehr Wahlmöglichkeiten haben bei ihren Arbeitszeiten und Arbeitsorten haben. Ein Recht auf „Nicht-Erreichbarkeit“ soll eingeführt werden.

Die SPD verspricht Frauen, das sie die Möglichkeiten haben werden, die Planung über Berufsleben und Karriere selbst in der Hand zu halten.

Dies sind nur ein paar Punkte aus dem neuen Wirtschaftsprogramm der SPD. Was jedoch letzten Endes in die Tat umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Falls sie noch mehr über die Sozialdemokratische Partei Deutschlands erfahren wollen klicken sie „hier

Organisationsstruktur und Mitglieder der SPD

Gliederung – Organisationsstruktur der SPD

Die Sozialdemokratische Partei Deutschland (kurz SPD) kann um die 500.000 Mitglieder vorweisen. Diese Mitglieder sind in 12.500 Ortsvereinen organisiert, die regelmäßig Mitgliederversammlungen abhalten. Dabei entsenden sie Delegierte in die Unterbezirksparteitage der SPD. In diesen insgesamt 350 Unterbezirken sind die 12.500 Ortsvereine untergebracht. Diese halten auch regelmäßig Unterbezirksparteitage ab, in denen sie Delegierte in die Landesparteitage entsenden. Die 350 Unterbezirke wiederrum sind in 20 Bezirke organisiert, welche auch regelmäßig Bezirksparteitage abhalten. Aus diesen Mitgliedern werden 600 Delegierte in den Bundesparteitag entsendet werden. Man spricht von einem Landesverband, wenn ein SPD – Bezirk deckungsgleich mit einem Bundesland ist. Falls ein Bundesland in mehrere Bezirke aufgeteilt ist, bilden sie zusammen den Landesverband. Des Weiteren entsendet jeder Bezirk Vertreter in den Parteirat (90 Mitglieder).Organisationsstruktur SPD

Das oberste Organ der SPD ist der Bundesparteitag (400 Delegierte, 45 Vorstandsmitglieder). Er wählt:

      • Die Kontrollkommission
      • Das Bundesschiedsgericht
      • Den Parteivorstand

Außerdem leitet er die Amtsgeschäfte zwischen den Parteitagen.

Der Parteivorstand der SPD

Nachdem Martin Schulz zurückgetreten war, wurde bei einem außerordentlichen Parteitag am 22.April 2018 ein neuer Vorstand in Wiesbaden gewählt.

Vorsitzende     Andrea Nahles

Bild von Andrea Nahles

Generalsekretär          Lars Klingbeil

Stellvertretende Vorsitzende

– Malu Dreyer

– Natascha Kohen

– Thorsten Schäfer-Gümbel

– Olaf Scholz

– Manuela Schwesig

– Ralf Stegner

Beauftragter für die Europäische Union        Udo Bullmann

Bundesgeschäftsführerin       Nancy Böhning

Schatzmeister Dietmar Nietan

Beisitzer

Doris Ahnen, Leni Breymaier, Hubertus Heil, Aydan Özoğuz, Svenja Schulze, Johanna Uekermann, Niels Annen, Katarina Barley, Martin Dulig, Michaela Engelmeier, Wiebke Esdar, Klara Geywitz, Kerstin Griese, Michael Groschek, Uli Grötsch, Eva Högl, Oliver Kaczmarek, Daniela Kolbe, Gabriele Lösekrug-Möller, Heiko Maas, Christoph Matschie, Matthias Miersch, Serpil Midyatli, Michael Müller, Katja Pähle, Boris Pistorius, Anke Rehlinger, Michael Roth, Sarah Ryglewski, Dagmar Schmidt, Alexander Schweitzer, Carsten Sieling, Ute Vogt, Sascha Vogt, Dietmar Woidke

 

Aus dem Parteivorstand geht als geschäftsführender Vorstand das Parteipräsidium hervor. Dem gehören der Generalsekretär, die stellvertretenden Vorsitzenden, der EU-Beauftragte, der Bundesgeschäftsführer und der Schatzmeister, zusammen genannt „Parteispitze“, sowie drei aus der Vorstandsmitte gewählte Beisitzer an.

Gleichstellung

1988 wurde eine Geschlechterquote eingeführt, deren Intention es war Frauen und Männer in der SPD gleichzustellen. Diese Quote schreibt vor, dass alle Vorstände und Delegationen jeweils zu 40 Prozent von jedem Geschlecht besetzt werden müssen. Da Männer meistens überwiegen, spricht man von der sogenannten „Frauenquote“. Bei der Aufstellung der Bundestags- und Europaliste werden Frauen und Männer immer abwechselnd aufgestellt (Reißverschlussprinzip).

Arbeitsgemeinschaften der SPD

Jusos – Mitglied: Alle SPD-Mitglieder unter 35 Jahren

ASF – Mitglied: Alle weiblichen SPD-Mitglieder

AG 60 Plus – Mitglied: Alle SPD-Mitglieder über 60

Bei allen anderen Arbeitsgemeinschaften ist die Mitgliedschaft nicht verpflichtend oder automatisch. Es besteht außerdem die Möglichkeit vollberechtigtes Mitglied zu werden ohne der SPD anzugehören (Unterstützermitgliedschaft).

SPD Parteitag

Andere Arbeitergemeinschaften:

    • AG für Arbeitnehmerfragen
    • AG der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen
    • AG für Bildung
    • AG für sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen
    • AG Selbständige
    • AG für Akzeptanz und Gleichstellung
    • Arbeitergemeinschaft Migration und Vielfalt
    • Arbeitergemeinschaft Selbst Aktiv

Organisiert sind diese Arbeitsgemeinschaften mit einem Bundesvorstand, Bundeskonferenzen und regionalen Unterorganisationen.

 

Mitglieder

Um ein Mitglied bei der SPD zu werden ist ein Mindestalter von 14 erforderlich. Es können auch Deutsche, die dauerhaft im Ausland leben oder Ausländer die in Deutschland leben Mitglied werden. Die SPD hat genau 457.700 Mitglieder (stand: April 2018). 54 % davon sind über 60 Jahre alt, 8 % jünger als 30 Jahre, 68 % sind männlich, 32 % weiblich. Zudem sind 34 % Rentner, 23 % Beamte, 15 % Angestellte, 8 % Arbeiter, 5 % Arbeitslose, 5 % Hausfrauen, 4 % Selbstständige, 2 % Freiberufler, 2 % Schüler und 2 % ohne Angaben.

Entwicklung in den letzen Jahren:Entwicklung der Mitglieder der SPD

Die Versprechen der SPD

SPDGenauso wie alle Parteien hat auch die SPD versprechen gegen über den Bürgern, welche sie in ihrem Wahlprogramm auflisten.

Die Überpunkte des Wahlprogramms der SPD lauteten im Jahr 2017 Arbeit und Soziales, Integration und Asyl, EU und Außenpolitik, Steuern und Finanzpolitik, Sicherheit und Bildung.

Das Wahlprogramm der SPD

Arbeit und Soziales

Das Wahlprogramm der SPD wird mit der sozialen Gerechtigkeit eingeführt, da dies die Haupt Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand symbolisiert. Durch die Unterstützung von sozialen berufen und Dienstleistungen wollen sie einen starken Sozialstaat erzielen. Familien, wo die Eltern Teilzeit arbeiten sollen monatlich 150,00€ monatlich bekommen. Unteranderem befürworten sie die gleichgeschlechtliche Ehe und für Scheidungskinder wollen sie auch ein leichteres zusammenleben mit den Eltern ermöglichen.
Das Rentenniveau versuche sie bis 2030 auf konstant gehalten werden. Er beträgt zurzeit 18,9 Prozent und soll nicht über 22 Prozent steigen. Eine Alterserhöhung von 67 Jahren schließen sie aus.
Das Ziel der Sozialdemokraten ist die Vollbeschäftigung in Deutschland, um dies zu erreichen verschärfen sie die Arbeitnehmerrechte und wollen ein Gesetzt einrichtest, welches die Teilzeitarbeiter wieder in eine Vollzeitbeschäftigung arbeiten lässt. Die SPD fordert europaweit den gleichen lohn für die gleiche Arbeit. Vor allem ist Ihnen die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wichtig.

Integration und Asyl

Für eine humanitäre Flüchtlingspolitik stehen die Sozialdemokraten und erwarten den Erhalt von Recht auf Asyl in Deutschland. Trotz dessen würden sie eine gerechte Aufteilung der Flüchtlinge Europa weit bevorzugen. Um diese Situation allerdings zu vermeiden wollen sie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit mehr Geld ausstatten. Unter anderem sind mehr Sprachkurse geplant und mehr und stärkere Helfer aufzutreiben. „Wir wollen ein modernes und weltoffenes Deutschland“ -das ist das Motto der SPD. Durch ein Punktesystem geregelt werden, welches bestimmte Qualifikationen erfasst. Auch stehen sie zur doppelten Staatsangehörigkeit.

EU und Außenpolitik

Ihre Position in Europa ist klar. Sie stehen als Friedenspartei und sind der Meinung, dass das Aufrüstung keine Lösung darstellt. Der Zusammenhalt innerhalb Europas ist ihnen sehr wichtig. Verschuldete europäischen SSPDtaaten soll geholfen werden und die Verschuldungen im allgemeinem verringert.
Die regelmäßigen Gespräche mit der Türkei sollen abgeschafft werden und für einen beitritt seine sie auch noch nicht bereit. Mehr Verantwortung soll außenpolitisch übernommen werden. Dies wollen sie erreichen indem Geld an das Auswertige Amt geben. Auch wollen die Sozialdemokraten eine Welt ohne Atom und Massenvernichtungswaffen, durch den massiv eingeschränkten Waffenhandel, den sie haben wollen, soll dies erreicht werden.

Steuern und Finanzpolitik

Das Einkommen aus Kapital und Arbeit möchte die SPD sofort besteuern. Dies wollen sie erreichen indem sie Finanztransaktionssteuer einführen. Eine Erbschaftssteuer plant die SPD auch, wo Bürger mit kleinem oder mittlerem Einkommen komplett entlastet werden. Alleinerziehende wollen sie mit dem tausch von Ehegattensplitting durch Familiensplitting finanziell unterstützen.

Sicherheit

Die SPD will die Datensysteme der Sicherheitsbehörden innerhalb Deutschlands staken, indem sie Gesetze verschärfen und einen stärkerer Zusammenhalt der Gesellschaft haben. Um dies zu erreichen wollen sie die Polizei auf 15.000 Stellen erhöhen, doch eine Militarisierung möchten sie damit nicht erreichen. Auch möchten sie die Kontrollen an den Außengrenzen verstärken und zusätzlich eine europaweite Einrichtung des sogenannten „Anti-Terror Zentrum“ zu errichten.

Bildung

Die Partei ist der Meinung das die Bildung von der Kita bis zur Universität Kostenlos seinen sollte. Der Aufbau von Ganztagesschulen soll mehr investiert und einen Rechtsanspruch eingeführt werden. Die SPD wollen den Schülern die Chance geben den Unterricht digitaler zu gestallten. Ein Masterstudium soll abtretbar sein, wenn man einen Meisterbrief besitzt. Das Ziel ist es Ausbildungsberufe zu stärken. Mit dem „Bafög Plus“ möchten die Sozialdemokraten die Finanzierung einer Weiterbildung vereinfachen.

Historische Entwicklung der SPD

Die SPD geht auf den Zusammenschluss der Allgemeinen Deutschen Arbeitergewerkschaft unter der Leitung von Ferdinand Lassalle und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei unter der Leitung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht im Jahre 1875 zurück. Im Jahre 1890 bekam sie ihren heutigen Namen, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Die Frühgeschichte der Partei war geprägt von häufigen und intensiven internen Konflikten zwischen sogenannten Revisionisten und orthodoxen Marxisten sowie von Verfolgung durch die deutsche Regierung und ihrem Kanzler Otto von Bismarck. Die Revisionisten, die zu verschiedenen Zeiten von Lassalle und Eduard Bernstein angeführt wurden, argumentierten, dass soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit für die Arbeiterklasse durch demokratische Wahlen und Institutionen und ohne einen gewaltsamen Klassenkampf eine Revolution erreicht werden könne. Die orthodoxen Marxisten bestanden darauf, dass freie Wahlen und Bürgerrechte keine wirklich sozialistische Gesellschaft schaffen würden und dass die herrschende Klasse niemals ohne Kampf die Macht abgeben würde. Die deutschen Eliten des späten 19. Jahrhunderts sahen in der Existenz einer sozialistischen Partei eine Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität des neu vereinigten Reiches, deshalb wurde von 1878 bis 1890 die Partei offiziell verboten.

 

Trotz gesetzlicher Versammlungs- und Literaturverbote fand die SPD immer mehr Unterstützung und konnte auch weiterhin an den Wahlen teilnehmen. 1912 war sie mit mehr als einem Drittel der Stimmen die größte Partei im Reichstag. Ihr Votum für Kriegskredite im Jahre 1914 und das katastrophale Schicksal Deutschlands im Ersten Weltkrieg führte jedoch zu einer inneren Spaltung, wobei die Zentristen unter Karl Kautsky die Unabhängige Sozialdemokratische Partei und die Linke unter Rosa Luxemburg und Liebknecht die Spartacus-Liga bildeten, die im Dezember 1918 zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde.

 

Der rechte Flügel der SPD, unter Friedrich Ebert, schloss sich mit Liberalen und Konservativen zusammen, um die Aufstände im sowjetischen Stil in Deutschland 1918-20 zu zerschlagen. Nach dem Ersten Weltkrieg spielte die SPD eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Weimarer Republik und ihrer kurzen und tragischen Geschichte. Bei der Bundestagswahl 1919 erhielt die SPD 37,9 Prozent der Stimmen (während die unabhängigen Sozialdemokraten weitere 7,6 Prozent erhielten), aber das Versäumnis der Partei, auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 günstige Bedingungen von den Alliierten zu gewinnen (im Vertrag von Versailles verankerte Bedingungen) und die schweren wirtschaftlichen Probleme des Landes führten zu einem Rückgang der Unterstützung. Dennoch war sie zusammen mit den römisch-katholischen und liberalen Parteien Teil mehrerer Koalitionsregierungen, aber sie war gezwungen, große Anstrengungen im Wettbewerb mit der KPD um die Unterstützung der Arbeiterklasse zu unternehmen. 1924 gewann die SPD, die sich bis dahin mit den Unabhängigen wiedervereinigt hatte, nur ein Fünftel der Stimmen. Obwohl ihre Kernförderung bei den Arbeitern relativ stabil blieb, verlor die SPD die Unterstützung bei den Angestellten und Kleinunternehmern, von denen viele ihre Loyalität zu den Konservativen und später zur Nazi-Partei wechselten. Bis 1933 hielt die SPD nur 120 von 647 Sitzen im Reichstag für die Nazis 288 und die Kommunisten 81.

 

Die SPD wurde kurz nach dem Machtantritt der Nazis 1933 verboten. Doch 1945, mit dem Fall des Dritten Reiches von Adolf Hitler, wurde die SPD wiederbelebt. Sie war die einzige überlebende Partei aus der Weimarer Zeit mit einer makellosen Opposition gegen Hitler; im Gegensatz zu anderen Weimarer Parteien hatte die SPD während des Dritten Reiches Exilorganisationen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten unterhalten. Darüber hinaus war eine Untergrundorganisation innerhalb Deutschlands tätig und hat es geschafft, intakt zu überleben. So hatte die SPD bei der Wiederaufnahme der demokratischen Wahlen im besetzten Deutschland nach dem Krieg einen großen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten und sollte die Regierungspartei des Landes werden.

 

Die SPD hat sich bei den meisten Landtagswahlen zwischen 1946 und 1948 sehr gut geschlagen. Bei der ersten Bundestagswahl 1949 wurde die SPD jedoch knapp von den neu gebildeten Christdemokraten besiegt, die eine Mehrheitskoalition mit mehreren kleineren Mitte-Rechts-Parteien bilden konnten. Dem Verlust von 1949 folgten 1953 und 1957 entscheidende Niederlagen.

 

Nach der Wahl von 1957 leitete eine Gruppe von Reformern, die größtenteils aus den Gebieten stammten, in denen die Partei am stärksten vertreten war (z.B. West-Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg), eine Neubewertung der Führung, Organisation und Politik der Partei ein. Sie kamen zu dem Schluss, dass die SPD die öffentliche Meinung der Nachkriegszeit stark missverstanden habe. Die meisten Deutschen, so glaubten sie, waren der ideologischen Rhetorik über den Klassenkampf, die Wirtschaftsplanung und die Regierungsübernahmen von Industriepolitiken, die damals im Mittelpunkt des Parteiprogramms standen, überdrüssig. Die Wähler waren auch mit der Mitgliedschaft Westdeutschlands in der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zufrieden und hatten wenig Interesse daran, dass die SPD die Wiedervereinigung des Landes durch eine neutralistische Außenpolitik betonte. So hat die SPD auf einem Sonderparteitag 1959 in Bad Godesberg fast ein Jahrhundert des Engagements für den Sozialismus formell durch die Marktwirtschaft abgelöst, das NATO-Bündnis unterstützt und seine traditionelle antiklerikale Haltung aufgegeben.

 

Das Programm in Bad Godesberg hat sich bewährt. Von 1961 bis 1972 erhöhte die SPD ihre Stimmenzahl von 36 auf fast 46 Prozent. Sie trat 1966 in eine große Koalition mit ihrem Hauptkonkurrenten, der CDU-CSU, ein, und von 1969 bis 1982 regierte die SPD als dominanter Koalitionspartner der FDP. Die beiden SPD-Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt initiierten während ihrer Amtszeit große außen- und innenpolitische Veränderungen; so verfolgte Brandt eine Außenpolitik des Friedens und der Versöhnung mit Osteuropa und der Sowjetunion, und Schmidt führte Deutschland erfolgreich durch die turbulenten Wirtschaftskrisen der 70er Jahre. Bis 1982 hatten jedoch 16 Jahre des Regierens ihren Tribut gefordert. Die Partei war sowohl in der Umwelt- als auch in der Militärpolitik tief gespalten, und die Parteiführer hatten ihre Unterstützung in vielen Bereichen verloren. So wurde Schmidts Unterstützung für eine neue Generation von NATO-Atomraketen, die in Deutschland eingesetzt werden sollen, von der große. Mehrheit der Aktivisten der Partei abgelehnt. Der Koalitionspartner der Partei, die FDP, verdrängte 1982 die SPD und half ihrerseits bei der Wahl des CDU-Kanzlers Helmut Kohl.

 

Die SPD blieb von 1982 bis 1998 auf Bundesebene aus dem Amt und musste vier Wahlverluste in Folge hinnehmen. 1998 konnte die SPD unter der Führung von Gerhard Schröder eine Regierungskoalition mit den Grünen bilden. Schröder hatte sich für niedrigere Steuern und Kürzungen der Staatsausgaben eingesetzt, um Investitionen anzuregen und Arbeitsplätze zu schaffen. Trotz der Unfähigkeit der Regierung Schröders, die Wirtschaft wiederzubeleben und die Arbeitslosigkeit abzubauen, wurde die SPD 2002 nur knapp wiedergewählt, ein Sieg, der vor allem dem Appell von Schröders Reaktion auf die historischen Überschwemmungen im Land und seinem Versprechen, sich nicht an den US-Militäraktionen gegen den Irak zu beteiligen, zu verdanken ist.

 

In ihrer zweiten Regierungszeit konnte die SPD weder die Arbeitslosigkeit abbauen noch die stagnierende Wirtschaft des Landes wiederbeleben und erlitt bei den Landtagswahlen eine Reihe verheerender Verluste. Tausende von Parteimitgliedern verließen die SPD aus Protest gegen Kürzungen bei so genannten heiligen Programmen wie Arbeitslosengeld und Gesundheitsvorsorge, und einige Ex-SPD-Mitglieder gründeten unter dem ehemaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine eine Alternativpartei, die 2005 gemeinsam mit der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus im Osten) kämpfte. Trotz der Spaltung und Unzufriedenheit mit der SPD-Regierung blieb Schröder weiterhin weit verbreitet, und die SPD erreichte 34 Prozent der Stimmen. Sie fiel nur vier Sitze scheu vor der CDU-CSU, konnte aber wegen des Erfolgs der neuen Partei Lafontaines und der PDS keine Mehrheitsregierung mit ihrem bevorzugten Koalitionspartner bilden. Nach Verhandlungen ging die SPD eine große Koalition mit der CDU-CSU als Juniorpartner ein, und Schröder legte das Kanzleramt nieder.

Bei der Bundestagswahl 2009 erlebte die SPD einen verheerenden Unterstützungsrückgang. Die Partei gewann nur 23 Prozent der Bundestagsstimmen, und die Zahl der Sitze im Bundestag sank von 222 auf 146 – eine Zahl, die deutlich unter den 239 Sitzen der CDU-CSU liegt. Die SPD wurde damit aus der Koalitionsregierung in eine Position der Opposition gedrängt. Seine Position hat sich durch die Parlamentswahlen 2013 verbessert. Obwohl sie mit rund 26 Prozent der Stimmen den zweiten Platz belegte, schloss sich die SPD der Regierung des Wahlbündnisses CDU-CSU in einer „Großen Koalition“ an. Der bisherige Koalitionspartner der CDU-CSU, die FDP, hatte die fuer die Vertretung im Bundestag erforderliche Schwelle nicht erreicht. Die Teilnahme an der Großen Koalition hat der Popularität der SPD nicht geholfen, und kleinere Parteien sahen ihre Unterstützung angesichts eines stetigen, wenn auch unspektakulären Wirtschaftswachstums und zunehmenden Anti-Immigranten-Gefühls zunehmen. Bei der Bundestagswahl im September 2017 gewann die SPD nur 20 Prozent der Stimmen, die schlechteste Leistung in der Nachkriegszeit. Parteichef Martin Schulz hatte zwar versprochen, dass sich die SPD nicht an einer weiteren großen Koalition beteiligen werde, doch monatelange gescheiterte Gespräche und die Aussicht auf Neuwahlen veranlassten Schulz, sein Versprechen rückgängig zu machen. Im März 2018 stimmten die Parteimitglieder einer Fortsetzung der großen Koalition mit der CDU-CSU von Angela Merkel zu.